Trauringgeschichte

Der Ring gehört zu den Urformen des Schmuckes. Seit frühester Zeit werden ihm mystische und geheime Kräfte zugeschrieben.

Einige in Italien gefundene, früh geschichtliche Ringe waren noch aus Eisen gefertigt, andere wiederum aus Gold.

Die alten Germanen kannten den Ring als Pfand der Liebe. Der Mythos des Nordens berichtet, das sich Siegfried und Brunhild mit einem Ring ewige Treue geschworen hatten. Das dramatische Ende  der Nibelungen wird darauf zurückgeführt, dass Siegfried diesen Treueschwur gebrochen hat.

Der vierte Finger der linken Hand hatte bei den alten Ägyptern eine ganz besondere Bedeutung: Es war der Liebesfinger, an dem vor der Hochzeit immer der Liebesring getragen werden musste.

Nach der historischen Anatomie führt eine Arterie von diesem Finger direkt zum Herzen, dem Zentrum aller Liebesgefühle. Legenden zufolge bricht der Ring, sobald die Treue gebrochen wird.

Der Ring als Zeichen der Treue hatte schon im 12. Jahrhundert eine so starke Bedeutung, dass eine bischöfliche Anordnung jungen Männern verbot, den Mädchen aus Spaß einen Ring an den Finger zu stecken. Bei ernst gemeinten Absichten war dies durchaus erlaubt.

Indem man dem Ring einen unlösbaren „Liebesknoten“ aus Golddraht hinzufügte, wurde im 14. und 15. Jahrhundert die Kraft der Bindung des Ringes verstärkt.

Warum der Ring seit Menschengedenken als Symbol für Zusammengehörigkeit und Liebe steht, erklärt der englische Schriftsteller Algernon Charles Swinburn so: „Seine runde Form bedeutet das Nichtenden und will sagen, dass Liebe und Neigung für einander in einem Kreis fliessen, von einem zum anderen und zwar für immer und ewig“.